Madeira – eine Insel und unser Zuhause

Madeira ist eine Vulkaninsel. Die Insel ist die Spitze eines Berges, der sich vor mehr als 6000 Jahren mit rund 5000 Metern Höhe über dem Meeresgrund erhob. Aber nur rund ein Drittel dieses Berges ragt aus dem Wasser. Dieses Drittel hat eine Gesamtfläche von über 700 Quadratkilometern, ist rund 58 km lang und 23 km breit. Die höchste Erhebung ist der Pico Ruivo mit einer Höhe von 1862 Metern.
Die Insel liegt knapp 1000 km von Lissabon entfernt und zur afrikanischen Küste sind es rund 800 km. Zum Archipel gehören noch drei weitere kleinere Inselgruppen: Porto Santo, Ilhas Desertas und Ilhas Selvagens.

Warum wir uns für Madeira entschieden haben?

Erstens: Das Klima.
Es wird stark vom Golfstrom beeinflusst, der für milde Winter und gemäßigte Sommer sorgt. Madeira ist subtropisch. Das bedeutet, das gerade in Funchal im Sommer die Temperaturen tagsüber zwischen 26 und 28 Grad liegen und im Winter fallen sie selten unter 18 Grad. Die Nächte kühlen nicht nennenswert ab, so dass man die Abende wunderbar draußen verbringen kann. In den höheren Regionen sind die Temperaturen niedriger und daher perfekt zum Wandern. Auch der Atlantik hat dank des Golfstroms im Sommer angenehme 22 bis 23 Grad Wassertemperatur und kühlt im Winter nur unwesentlich auf 18 Grad herunter. Im Norden und in den Bergen regnet es regelmäßig das ganze Jahr über, im Süden der Insel nur in den Wintermonaten

Für uns ist das Klima perfekt. Wir lieben die warmen Temperaturen und vermissen den Winter nicht. Wir haben keine Heizung oder einen Ofen im Haus. Im Sommer halten die dicken Wände das Haus im Inneren angenehm kühl und im Winter bleibt die Feuchtigkeit draußen. Wir können das Bed & Breakfast das gesamte Jahr über betreiben. Zu jeder Jahreszeit ist Madeira eine Reise wert und die Touristen sind hier ganzjährig unterwegs.

Zweitens: Die Infrastruktur.
Offiziell wurde die Inselgruppe 1420 entdeckt und besiedelt. Die Wirtschaft von Madeira wurde in den darauffolgenden Jahrhunderten von verschiedensten Exportartikeln geprägt. Vor allem wurde die Insel durch die Zuckerherstellung bekannt. 1478, lange vor seiner Entdeckung Amerikas, war Christopher Kolumbus hier, um den Zuckerhandel mit dem Festland aufzubauen. Er heiratete Filipa Moniz und lebte einige Jahre mit ihr auf der Nachbarinsel Porto Santo, wo auch sein Sohn Diogo geboren wurde. Aber dazu mehr in einem zukünftigen Blogbeitrag, der detailliert die Nachbarinsel Porto Santo beschreibt.

Als ein weiteres erfolgreiches Produkt ist der Madeira-Wein zu nennen. Er war schon Ende des 16. Jahrhunderts in England berühmt und ist auch heute noch ein gefragter Exportartikel weltweit.

Heute steht an erster Stelle auf Madeira der Tourismus als Einnahmequelle. Von großen internationalen 5-Sterne-Hotels, kleinen Boutique-Hotels, Hostels, Ferienapartments und -häusern bietet die Insel alles was das Touristenherz begehrt – sogar einen Campingplatz. Um das Angebot auf der Insel mit einem kleinen exklusiven Bed & Breakfast zu komplettieren, fiel unsere Wahl auf Madeira.

Das wichtigste Gut ist und bleibt auf Madeira die Natur, die man bei allen wirtschaftlichen Verbesserungen nie aus den Augen verliert. Und damit sind wir auch schon beim dritten Punkt unseres ganz eigenen Rankings für Madeira: der Lebensqualität und dem Freizeitangebot.

Drittens: Die Lebensqualität und das Freizeitangebot.
Madeira ist wirklich unglaublich grün und teilweise fast unberührt. Der Lorbeerwald auf Madeira – ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten – ist mit seiner Fläche von 15000 Hektar ein Naturschutzgebiet, das es in dieser Größenordnung kein zweites Mal auf der Erde gibt. Man kann dort wunderbar wandern. An nebligen Tagen wirkt er mystisch und verwunschen wie ein Zauberwald. Er mutet an wie der „Alte Wald“ aus dem Film „Der Herr der Ringe“.

Und natürlich die Levadas – die Wasserwege der Insel. Denn Wasser ist auf Madeira reichlich vorhanden. Im Norden regnet es mehr als im Süden. Von daher wurde seit jeher das Wasser in den Bergen aufgefangen und durch sogenannte „Levadas“ bis zu den Anbauflächen im Süden gebracht. Diese Kanäle verlaufen fast horizontal. Von den Hauptkanälen führen Verzweigungen die Berge hinunter, um sich dann abermals zu verzweigen und in tiefer gelegenen Levadas zu münden. In den 1940er und 1950er Jahren wurde das Wassernetz ausgebaut und die Wasserleistung so stark erhöht. Gewartet und gepflegt werden die Wasserläufe von sogenannten „Levandeiros“. Sie kümmern sich auch um die Wasserverteilung, indem sie Schleusen öffnen und schließen. Heute dienen die Levadas natürlich weiterhin in erster Linie der Bewässerung. Aber darüber hinaus sind sie sehr beliebt für Wanderungen, sowohl bei Einheimischen als auch Touristen.

Madeira hat keine weitläufigen goldfarbenen Sandstrände zu bieten, dafür steht der sogenannte „Aktivtourismus“ im Vordergrund. Wanderungen auf Bergpfaden oder entlang der Levadas, Canyoning, Trailrunning, Golfen, Jeep- und Geländetouren, Mountainbiking und Geocaching sind nur einige Aktivitäten, die unter freiem Himmel angeboten werden. Darüber hinaus gibt es noch ein umfangreiches Angebot im und auf dem Wasser: Tauchen, Surfen, Segeln, Wellenreiten, Stand-up-Paddeln, Bootsausflüge, Whale-Watching, Sportfischen und Kanufahren – um nur einige zu nennen. Und wer nach all dem immer noch Energie hat, der kann auch gerne in die Luft, zum Drachen- und Gleitschirmfliegen.

Somit ist Madeira alles in allem der perfekte Orte für Menschen, die einen aktiven Urlaub machen möchten. Egal zu welcher Jahreszeit. Und für uns, die wir leidenschaftlich gerne wandern und schwimmen, unser ganz persönlicher Abenteuerspielplatz.

Viertens: Die Lage.
Dann spielte für uns auch die Nähe zu Deutschland eine große Rolle. Schließlich haben wir Familie und Freunde dort und wollen im Falle eines Falles nicht endlose Stunden unterwegs sein, um kurzfristig in der alten Heimat vorbei zu schauen. Obwohl man rund 1000 Kilometer vom europäischen Festland entfernt ist, hat man die Möglichkeit, jederzeit überallhin zukommen. Die Anbindung per Flugzeug ist gut. Saisonal gibt es sogar eine Fähre und man kann dann mit dem eigenen Fahrzeug auf das portugiesische Festland oder die Kanaren übersetzen.

Last, but not least: das Bauchgefühl.
Einfach mal mitten im Atlantik auf einem schlafenden Vulkan leben. Gefühlte 30 Jahre hinter der Entwicklung von Europa hinterherhinken.
Immobilien kaufen, teure Autos fahren, Statussymbole anhäufen, teure Urlaube verbringen und beruflich Karriere machen: All das sind Dinge, die wir kannten und mochten. Aber heute, auf dieser kleinen Insel, spielen diese Dinge keine nennenswerte Rolle mehr für uns. Wir wollen nur noch das tun, was wir schon immer gerne getan haben – unser Leben genießen, Gäste bewirten und eine gute Zeit haben.

Deshalb Madeira!
Beijinhos Heike

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